Im Herbst 2021 lockt der belarussische Machthaber Lukaschenko Tausende Flüchtlinge in sein Land – mit dem Versprechen, sie könnten von hier aus in die EU gelangen. Er will damit die EU-Mitgliedstaaten zwingen, Sanktionen gegen Belarus zu lockern. Während die Flüchtlinge mit belarussischer Hilfe versuchen, über die Grenze zu gelangen, verstärkt Polen den Grenzschutz und erklärt das Gebiet zur Sperrzone, baut später einen fünfeinhalb Meter hohen Zaun. Die Folge: Tausende Menschen stecken in den Wäldern und Sümpfen im Grenzgebiet zwischen beiden Ländern fest, können weder vor noch zurück. Etliche Menschen sterben.

Mittlerweile liegt die gesamte Verantwortung für die Flüchtlingshilfe an der polnisch-belarussischen Grenze auf den Schultern von Anwohner:innen, Freiwilligen und einigen NGOs. Diese haben darum die Grupa Granica (übersetzt: „Grenzgruppe“) gegründet, Als Dachorganisation leistet sie humanitäre Hilfe für Geflohene, unabhängig von Herkunftsland, Hautfarbe oder Geschlecht. Dabei werden sie von der lutherischen und der reformierten Kirche unterstützt,

Die Menschen an der polnisch-belarussischen Grenze sind oft am Rande ihrer körperlichen und geistigen Belastbarkeit. Viele wurden betrogen, geschlagen und ausgeraubt, und viele sind krank. Gleichzeitig haben sie aus gutem Grund Angst, sich an die Behörden zu wenden und um Hilfe zu bitten. Sie fürchten die Gewalt, die ihnen von Seiten der belarussischen Behörden, aber auch von den polnischen Grenzschützern droht, die die Menschen immer wieder illegal in sogenannten Push-Backs nach Belarus zurückdrängt.

Weitere Informationen:

Foto: Egala / Grupa Granica

 


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Johannes Zum-Bruch (Vertretung: Rabea Feldberg)

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